Das Dieselfantasy Rollenspiel

Entwicklungsgeschichte

Die Anfänge des Projekts – 2010

Die ersten Arbeiten zu Dieseldrachen stammen aus dem Februar 2010, die Idee bestand schon etwas länger. Das Projekt war zuerst als Herausforderung an mich selbst gedacht. Ich wollte mir beweisen, dass ich eine eigene Welt erschaffen könnte. Als Grundlage nahm ich die klassische Fantasywelt à la Tolkien und verschob sie in das Genre des Steampunks. Meine Karte zeichnete ich mit Paint, das Ergebnis sah so aus:

erste Karte

Ein paar Ortschaften, wie die Blaue Bucht oder die Orkenpassage haben sich bis heute gehalten. In meinem ersten Entwurf gab es ebenso bereits Lhut, das Imperium, Rhogram und das Zarenreich. Dass es so etwas wie Hussaren-Orks und Indianer-Trolle geben sollte, stand auch irgendwo.

Also alles noch recht amateurhaft. Ich hatte aber auch nicht vor, etwas für die Öffentlichkeit zu erschaffen, sondern sah es als persönliche Spielerei – damals noch unter dem Arbeitstitel „6×6″. Mein Anspruch mit 6 Attributen und 6-seitigen Würfeln zu arbeiten setzte ich in ein paar Prototypen um und freute mich auf die ersten Spielabende.

Ich war erstaunt, wie sehr so etwas schiefgehen konnte. Regellücke um Regellücke zeigten mir auf, dass ich weitaus mehr Arbeit vor mir hatte, als ich dachte. Glücklicherweise hatte ich niemandem versprochen, dass aus „6×6″ etwas wird. Ich war, wie heute auch noch, faul und ließ das Projekt ein paar Jahre liegen. Arbeitete immer mal wieder ein paar Stunden daran, aber nie wirklich forciert. Dennoch fand sich auch bald ein Titel für die Spielwelt: „Die Goldeiserne Welt“ war geboren.

Zweiter Versuch – 2012

Im Rahmen meiner Ausbildung dann hatte ich paradoxerweise etwas Zeit übrig. 6×6 wurde weiter ausgebaut, aber ich wusste, zu allererst brauchte ich eine bessere Karte. Die Proportionen haben nicht so ganz gestimmt und so vergrößerte ich meine Paint-Karte – immer noch im ähnlichen Stil, dieses Mal aber mit Photoshop.

Die Goldeiserne Welt

Geora und Terras hießen damals noch die Kontinente Terra (=Geora) und Novia (=Terras). Sukatar gab es noch nicht. Khemei als Khem jedoch schon. Cêtal sollte sich später zu Yangmai entwickeln. Gemeinsam mit der Karte entwickelte sich auch die Spielwelt und das erste Abenteuer wurde vorbereitet. Es spielte auf einem Zug von Rothburg nach Trifas.

Insgesamt war ich sehr zufrieden, ging das ganze aber langsam an. Ich hatte ja keinen Zeitplan einzuhalten und so gingen wieder zwei Jahre ins Land, in denen ich tatsächlich etwas für die Ausbildung tun musste…

Es wird ernst – 2014

Ich merkte: die Goldeiserne Welt ließ mich nicht mehr los. Außerdem bekam ich Feedback von Spielern, die sich sehr für Geora begeisterten. Immer mal wieder machte ich Abstecher nach Rothburg, meist nur kurz.

Eines Tages hielt ich ein Regelwerk eines berühmten Fantasyrollenspiels in der Hand und war enttäuscht von dem, was sich mir bot. Ich blätterte es durch und dachte: „Hey, so weit weg bin ich nicht davon. Das kann ich auch!“

Und dann ging es los.

Über Wochen sortierte ich meine gesammelten Materialien, sortierte aus und kombinierte neu. Und ich verbrachte sehr viel Zeit mit der Google-Bildersuche. Anhand von Steampunk-, Dieselpunk- und Fantasy-Illustrationen baute ich mir ein Konzept für eine Welt. Noch hielt ich das ganze für ein Hobby. Ich suchte mir meine Elemente so zusammen, wie ich es brauchte und achtete nicht auf Vermarktbarkeit oder dergleichen.

Ich schrieb Hintergründe zu den Völkern, den Nationen und suchte nach geeigneten Würfelsystemen. Letztlich entschied ich mich, mein bisheriges System zu verwerfen und arrangierte die Attribute und Fähigkeiten neu. Während ich bisher noch geglaubt hatte, eher ein Steampunk-System zu entwerfen, stellte sich bald heraus, dass Dieselpunk die weitaus passendere Bezeichnung für das war, was ich hier erschuf.

Als dann ein Name gefunden werden musste, entschied ich mich für eine Kombination aus den beiden prägenden Elementen des Spiels: Dieselpunk zum Einen und Drachen, stellvertretend für die Fantasy, zum Anderen. Dieseldrachen war geboren.

2015 – Neu, Neuneu, Neuneuneu

Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich Texte weggeschmissen habe, neu arrangiert habe oder wieder aus dem Papierkorb gekramt habe. Als ich dann den Anspruch an mich stellte, auch über Logos, Webseiten und Schriftarten nachzudenken, wurde es sehr kompliziert. Ich beschäftigte mich bestimmt einen Monat lang nur damit, mein Design zu überarbeiten. Und kurz danach ging es an die ersten Tests. Mit meinen Spielern stellte sich schnell heraus, die Charaktererschaffung konnte noch verbessert werden, aber das grundsätzliche Prinzip funktionierte. Nicht nur das: es machte sogar richtig Spaß.

2015 verbrachte ich außerdem viele Stunden an der neuen Weltkarte und der Geschichte Georas. Bis heute gibt es noch genug Punkte, an denen man noch etwas feilen kann.

2016

Seit ein paar Monaten spielen wir jetzt regelmäßig Dieseldrachen – und Stück für Stück erweitert sich die Welt, Regeln werden klarer und das Regelwerk reift. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft bringt.

 

Marc Söker, im März 2016