Das Dieselfantasy Rollenspiel

Nationen

In der Welt der Dieseldrachen gibt es längst keine reinen Elfenwälder oder Zwergenköngreiche mehr. Stattdessen sind vor Jahrhunderten viele verschiedene Nationen entstanden. Zugegeben: einige dieser Nationen werden Sie vermutlich wiedererkennen. Wir haben uns ganz bewusst reale Vorbilder genommen.

Das bezweckt vor allem, dass sich Einsteiger schneller in das Setting einfühlen können, ohne lange Texte lesen zu müssen. Sie können quasi gleich losspielen, ohne ein einziges Bisschen Hintergrundwissen.

Jeder kann sich denken, dass wir das „Commonwealth Lhut“, ein nebliges und verregnetes Seefahrerkönigreich, sehr am Königreich Großbritannien angelehnt haben. Der Vorteil: alle weiteren Assoziationen kommen von selbst. Moorlandschaften, Sherlock Holmes, Tee, versnobter Adel – als hätten Sie das Commonwealth schon ewig gekannt!

Und: es ist nach wie vor ein anderer Ort als Großbritannien. Denn wenn Sie sich die Zeit nehmen, um die Hintergrundgeschichte zu lesen und die politischen Zusammenhänge zu verstehen, dann werden Sie schnell feststellen: auch wenn das Konzept einfach zu erfassen ist, das Land ist dennoch voller spannender Eigenheiten, die es sich zu entdecken lohnt.

Für eine eine Übersicht über alle Nationen der Welt und ihre Lage empfehlen wir die Politische Karte Georas.

 

Im Folgenden wollen wir als Beispiel drei Nationen von Dieseldrachen näher vorstellen: das Commonwealth Lhut, das Imperium von Terra und die Nowjetrepubliken.

 

Commonwealth Lhut

Commonwealth
Backsteinhäuser, Gaslaternen und Automobile; Schlechtes Wetter, Nebel und viel Tee. Willkommen im Commonwealth. Man müsste fast meinen, ein Bürger Lhuts könnte nicht sagen, in welchem Jahrhundert er lebt, wären nicht die stählernen Panzerkreuzer des Königs oder die modernsten Flugzeuge der Welt. Zylinder und Monokel sind noch immer in Mode und das Wort eines Gentleman hat – zumindest auf dem Land – noch immer Gewicht. Immer öfter mischt sich der Stil der modernen Lederjacken der Piloten unter das Volk. In der Stadt dominiert traditionelle Architektur aus einem vergangenen Zeitalter. Elektrisches Licht ist weit verbreitet, aber so hell wie in Thronstadt ist es in Lhuter Großstädten prinzipiell Licht, die Leitungen sind veraltet, genauso wie Kanalisation, Gebäude und Kanäle. Überall gäbe es Anlass zu bauen, doch im Commonwealth hängt man eben an alten Gebäuden.

Das Höchste was hier gebaut wird sind Fabrikschornsteine, Glockentürme und Anleger für Zeppeline. Wolkenkratzer wie in Neu-Rothburg sucht man vergebens. Auf dem Land prägen Backsteinhäuser und karge Hügel das Bild – wenn man denn durch den Nebel viel erkennen kann. Hier werden meist noch eher Dampfmaschinen genutzt, statt der neuen Dieselmotoren. Lords auf Landsitzen jagen immer noch zu Pferd und in den Highlands ist noch längst nicht jedes Telefonkabel verlegt. Im imposanten Herrscherpalast in Trifas versucht König Richard das Oberhaus und Unterhaus unter Kontrolle zu halten. Die Lords sind aufgebracht. Auf der anderen Seite des Mittensees herrscht Krieg und die Wirtschaft lahmt wegen der Abschottungspolitik des Imperiums. Im Jahr 1776 erklärten Freien Staaten von Iveria ihre Unabhängigkeit. Ein dummes Ärgernis, was noch immer zu Konflikten mit dem Nachbarland führt.

 

Imperium von Terra

Imperium
Das Imperium ist am Ende seiner glorreichen Zeit. Vor wenigen Jahrhunderten noch umfasste es den Großteil des Kontinents, doch nach einem langen Bürgerkrieg, aus dem vor mehreren hundert Jahren das Commonwealth von Lhut hervorging, bleibt heute lediglich ein Bund eiserner Traditionalisten und verbitterter weißer Männer, die an die „gute alte Zeit“ denken, in der Sklaverei noch erlaubt war. Im Imperium leben hauptsächlich Elfen, Zwerge, Halblinge und Menschen. Orks und Goblinge werden hier immer noch skeptisch beäugt. Frauen haben selbstverständlich kein Wahlrecht. Das Patriarchat zieht sich durchs Land, wie Speckfäden durch ein zähes Schnitzel. Permanente Aufstände – wie zuletzt die Revolution in Orana – lassen wenig Zeit, die veraltete Armee auf Vordermann zu bringen. Während Lhut mit Luftfregatten und Jagdflugzeugen aufwartet, baut das Imperium noch Panzer und Heißluftballons. Letzte Hoffnung sieht das Imperium in einer Stärkung der nationalen Wirtschaft. Ausländische Waren, dazu gehört auch Alkohol, sind verboten – und das hilft letztlich nur dem organisierten Verbrechen.

 

Nowjetrepubliken

Nowjetunino

Das ursprüngliche Reich des Kharen ist schon längst nicht mehr. Zwar stehen noch überall die prächtigen Paläste, doch die Herrschaft des Adels ist ein Teil der Vergangenheit. Der Putsch von 1899 galt als Geniestreich der Oberbefehlshaber – sie versprachen dem Volk Wohlstand und Reichtum und endlich einen Ausweg aus dem Diktat des Westens. Doch ebenso wie beim Kharen, verschwand die Staatskasse in den Taschen seiner habgierigen Nachfolger. Heute wünscht sich so mancher die alte Zeit zurück, aber laut sagen würde das niemand. General Morghatjew führt jetzt „Das Land in dem nie Sommer ist“ – mit eiserner Faust.

Die Republiken Nordnovias haben ihm die Treue geschworen, sogar die Goblinge aus Jacusco sympathisieren mit der Nowjetunion. Lediglich die Protektorate der Trollvölker im Osten wehren sich. Plattwalzen kann der General die Eingeborenen noch nicht, dafür beschäftigen ihn die Grenzdispute mit Iveria viel zu sehr.

Dem General fehlen einfach die Männer und das Geld.

Bauernaufstände im Land strengen die Staatskasse an und Morghatjew schlägt sie unter hohen Verlusten auf beiden Seiten nieder. Die veraltete Armee des Landes stützt sich auf schwere Dampfkolosse und Reitereien. Die Kavallerien Nordnovias haben schon so manchen Feldzug entschieden.

 

Handelsbund Akesh

Nowjetunino

Akesh: Perle des Südens, Nabel der Welt. Land der siebenundsiebzig Wunder und Tor Sukatars.

Für Akesh gibt es viele Namen und der Akesher trägt seine Herkunft mit Stolz. Die Geschichte Sukatars ist zehntausendmal älter, als die Terras und das weiß man hier. Mit einer gewissen Gelassenheit sieht man den Ereignissen auf der Welt zu – Dampfmaschinen und Dieselkraft sind interessante Erfindungen, aber die Großartigkeit Akeshs wird auch sie überdauern.

Das Volk von Akesh lebt zwischen Dschungel und Meer. Schiffe transportieren mehr Waren von Stadt zu Stadt als auf dem Landweg je möglich wäre. Durch den regen Handel mit Terra haben sich in den Hafenstädten diverse Kulturen vermischt, doch gerade Elfen, Menschen und Goblinge fühlen sich in Akesh wohl. Alle inländischen Städte sind Festungen gegen die grüne Hölle. Hohe Stadtmauern bieten Schutz vor wilden Tieren und übernatürlichen Wesen.

Händler, Glücksritter und Piraten reisen ebenso nach Akesh wie Vogelkundler, Entdecker und Urwaldforscher. Der Akesher Dschungel gilt als ebenso gefährlich wie der auf Jacusco. Während Akisbar hart durchgreift, was Grabräuber angeht, herrscht in Akesh eher ein laxe Einstellung. Denn nur weil du einen Schatz birgst, heißt das noch lange nicht, dass du ihn bis zu den Stadttoren bringen kannst – geschweige denn aus dem Land. Je teurer das Artefakt, desto größer die Gefahr, dass andere Grabräuber auf dich aufmerksam werden.